ANTIMIKROBIELLES GLOSSAR

Von A bis Z: Hier finden Sie die Bedeutungen der häufig verwendeten antimikrobiellen Fachbegriffe.

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A.

Antibakterielles Mittel – beliebige Chemikalien, die Bakterien vernichten (Bakterizid) oder deren Wachstum oder Vermehrung hemmen (bakteriostatisch).

Antifungielles Mittel – beliebige Chemikalien, die Pilze vernichten (Fungizid) oder deren Wachstum hemmen.

Antimikrobielles Mittel – beliebige Chemikalien, die Mikroorganismen wie z. B. Bakterien, Schimmel, Mehltau und Pilze vernichten oder deren Wachstum hemmen.

Antimikrobielle Wirksamkeit – Die Wirksamkeit antimikrobieller Produkte beruhend auf dem Wert der antimikrobiellen Aktivität. Der Wert der antimikrobiellen Aktivität wird im Rahmen von Standardtestmethoden ermittelt.

Autoklav – eine Druckkammer, in der Gegenstände bei 121 °C und einem Druck von 15 psi sterilisiert werden können.


B.

Bakterien – mikroskopisch kleine, lebende Organismen, bei denen es sich in der Regel um Einzeller handelt, die überall anzutreffen sind. Sie können als Verursacher von Infektionen gefährlich sein, sind jedoch bei der Fermentierung und Zersetzung vorteilhaft.

Bakteriostatisch – wenn ein antimikrobielles Mittel das Wachstum und die Vermehrung von Bakterien hemmt, diese jedoch nicht vernichtet. Quantitativ und zahlenmäßig nimmt die Bakterienpopulation über den Versuchszeitraum auf der Probe nicht zu, die Kontrollprobe unterbindet jedoch nicht die Vermehrung der Bakterien.



C.

Belastungstests – generell geben Testmethoden Umwelttestbedingungen vor: die Dauer, über die die Bakterien in Kontakt mit dem Prüfstück sein sollten, die Nährstoffkonzentration und die Temperatur. Die Belastungsbedingungen für die meisten Tests in Bezug auf die antibakterielle Wirksamkeit lauten: Die Belastungsbedingungen für die meisten Tests in Bezug auf die antibakterielle Wirksamkeit lauten: 5 % Nährstoffkonzentration bei einer Kontaktzeit von 18 bis 24 Stunden und 37 °C.

Koloniebildende Einheiten (KBE)Einheit für das Schätzen der Bakterienanzahl einer Probe. Für diese Schätzung werden Bakterien auf einem mikrobiologischen Medium (Nährstoffquelle) bei einer Temperatur kultiviert, die das Wachstum der Organismen unterstützt, sodass sie mit bloßem Auge erkannt und gezählt werden können.

Stichprobe – unbehandelte (nicht antimikrobielle) Probe, die zum Vergleich mit der behandelten Probe herangezogen wird. Die Anzahl der Organismen der Stichprobe nach dem Belastungszeitraum kann mit der Anzahl der Organismen verglichen werden, die die die behandelte (antimikrobielle) Probe überleben. Die antimikrobielle Wirksamkeit kann als Prozentsatz berechnet werden. Alternativ kann der Rückgang aufgezeichnet werden, um den Grad an antimikrobieller Aktivität anzugeben.


E.

Zählen – für das Ermitteln der Bakterienpopulation auf einer Probe.


G.

Gramfärbung – eine verbreitete Methode zur Differenzierung von Bakterien, die anhand des Aufbaus ihrer Zellwände in zwei große Gruppen eingeteilt werden. Bei der Gramfärbungsmethode werden grampositive und gramnegative Gruppen unterschieden, indem die Zellen rot oder violett gefärbt werden.

Grampositive Bakterien – Bakterien, die beim Gramfärbungstest ein positives Ergebnis (violette Färbung) ergeben. Dieser Test wird traditionell verwendet, um Bakterien anhand des Aufbaus ihrer Zellwände in zwei große Kategorien einzuteilen. Diese Gruppe umfasst einige der verbreitetsten Bodenbakterien sowie einige Krankheitserreger wie z. B. Mykobakterien und das Corynebacterium. Für antimikrobielle Wirksamkeitstests wird als grampositives Bakterium in der Regel Staphylococcus aureus verwendet.

Gramnegative Bakterien – Bakterien, die beim Gramfärbungstest ein negatives Ergebnis (rote Färbung) ergeben. Dieser Test wird traditionell verwendet, um Bakterien anhand des Aufbaus ihrer Zellwände in zwei große Kategorien einzuteilen. Die Bakterien in dieser Gruppe sind eine besonders häufige Ursache von in Krankenhäusern übertragenen Blutkreislaufsinfektionen, Lungenentzündungen und Hirnhautentzündungen. Escherichia coli ist der häufigste gramnegative Krankheitserreger. Für antimikrobielle Wirksamkeitstests werden als gramnegative Bakterien in der Regel Escherichia coli und Klebsiella pneumoniae verwendet.


I.

Inkubation – der Prozess des Aufrechterhaltens von kontrollierten Umgebungsbedingungen, die das Wachstum oder die Entwicklung von Mikroorganismen fördern.

Inkubationszeit – der Zeitraum, über den die Mikroorganismen unter kontrollierten Umgebungsbedingungen in Kontakt mit den Testproben verbleiben.

Inokulum – die Startpopulation der Testorganismen (koloniebildenden Einheiten/KBE) eines Prüfstücks. Der Inokulumwert kann mit der Anzahl der am Ende des Tests verbliebenen Organismen verglichen werden.


L.

log-Reduktion – eine Maßeinheit für die Veränderung der mikrobiellen Population einer behandelten Probe im Anschluss an einen Belastungszeitraum im Vergleich zum ursprünglichen Inokulum oder zur unbehandelten Probe.


M.

Mikroorganismen – einzellige oder in Zellverbänden auftretende mikroskopische Organismen, die zu klein sind, um sie mit bloßem Auge erkennen zu können. Hierzu zählen Eukaryoten wie z. B. Pilze und Protisten, Prokaryoten wie z. B. Bakterien und bestimmte Algen sowie einige Viren.


N.

Neutralisieren – die Schritte, mit denen der Belastungszeitraum eines Tests beendet wird. Die belastete Testprobe wird einem Neutralisator (z. B. Letheen-Bouillon, Lecithin) ausgesetzt, der die antimikrobielle Aktivität und somit die Belastung beendet.

Neutralisator – chemische Mittel, mit denen die antibakteriellen Eigenschaften von antibakteriellen Mitteln inaktiviert, neutralisiert oder erstickt werden.

Neutralisation – das Eintauchen eines Prüfstücks in einen Neutralisator, damit das antimikrobielle Mittel nicht mehr auf die Bakterien einwirkt. Anschließend können die zum Ende des Belastungszeitraums noch vorhandenen Bakterien ermittelt werden.

Nährstoffgehalt/Nährstoffbelastung – der für die Organismen während des Belastungszeitraums (Tests) verfügbare Nährstoffgehalt. Für einige Testmethoden wird ein Nährstoffgehalt angegeben, während für andere darauf verzichtet wird. Wenn ein Test ohne Nährstoffe (z. B. Kochsalzlösung) durchgeführt wird, kann die Veränderung der überlebenden Organismen sowohl auf den fehlenden Nährstoffen als auch auf der antimikrobiellen Wirkung beruhen. Die Nährstoffbedingungen für ein Standardwachstum (Nährbouillon: Wasser) lauten für die meisten Tests an nicht absorbierenden Materialien (z. B. Polymeren) 1:500 (0,2 %), während der Nährstoff bei absorbierenden Materialien (z. B. Textilien) in einem Verhältnis von 1:20 (5 %) verdünnt wird.


P.

Prozentuale Reduktion – eine Maßeinheit für die Veränderung der mikrobiellen Population einer behandelten Probe im Anschluss an einen Belastungszeitraum im Vergleich zum ursprünglichen Inokulum oder zur unbehandelten Probe.

Keimzahlmethode – die Methode, mit der die nach der Inkubation vorhandene Bakterienanzahl berechnet wird, indem die Anzahl der koloniebildenden Einheiten (KBE) auf dem Nährbodenträger gezählt wird.


Q.

Qualitativer Test – Tests, die die Wirkung eines antimikrobiellen Mittels, nicht jedoch dessen Wirkungsgrad belegen. Das Ergebnis ist ein binäres „Ja“ oder „Nein“, jedoch keine numerische Bestimmung des Grads an antimikrobieller Aktivität. Beispiele für qualitative Tests sind AATCC 147, AATCC 90, Kirby Bauer und AATCC 30 - III.

Quantitative Messung der Wirksamkeit (QMW) – das Messen der prozentualen oder log10-Reduktion, um die Veränderung der mikrobiellen Population zu ermitteln. Eine 1-log-Reduktion entspricht einer Reduktion um 90 %. Eine 2-log-Reduktion entspricht einer Reduktion um 99%.

Quantitative Tests – Tests, die eine numerische Bestimmung der Wirkung eines antimikrobiellen Mittels ermöglicht (als Prozentsatz oder log-Reduktion). Zu den quantitativen Tests zählen AATCC 100, JIS L 1902 und ISO 22196.


R.

Erholung – die Schritte zum Beenden der antimikrobiellen Aktivität und des Belastungszeitraums sowie zum Ermitteln der überlebenden Bakterienpopulation.


T.

Behandelte Probe – Probe eines Produkts, das auf seine antimikrobiellen Eigenschaften geprüft wird.


V.

Wert der antimikrobiellen Aktivität – gibt den Unterschied der logarithmische Keimzahlwerte von antimikrobiellen und unbehandelten Produkten nach der Inokulierung und Inkubation der Bakterien an.


Z.

Hemmhof – ein wachstumsfreier Bereich ohne Mikroorganismen rund um eine Testprobe, die direkten Kontakt zum einem Nährbodenträger hat.